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  Sonderübersicht zum Thema: Projekt "Modellstadt St. Goar"
 
 
St. Goar, 7. Mai 2014  Naturschauspiel: Doppelregenbogen verbindet St. Goarshausen und St. Goar bei der Fährverbindung

"Modellstadt St. Goar": Nach der Wahl = wie vor der Wahl? 
Wird die Wahl einen Unterschied machen oder bleibt Alles beim Alten?
20140521 1.0, 20140525 2.0, St. Goar, wd

Wird bald Altbürgermeister Mallmann den Stadtrat über eine Marionette weiterhin mit eiserner Kandare in großer Einmütigkeit führen?

Werden die CDU-Mitglieder des Stadtrats, wie es gerüchteweise in St. Goar kolportiert wird, sich im Stadtrat weiterhin auf das Vorlesen vorher genehmigter Texte beschränken lassen?

Wird die SPD-Fraktion weiterhin harmoniesüchtig bis zur Selbstverleugnung jedem Quatsch, jeder Geschmacklosigkeit und jeder Boshaftigkeit des großen Zampano devot zustimmen? 

Wird die FDP-Fraktion weiter Zünglein an der Waage bleiben und sich dabei auch fürderhin jeder freiheitlichen Eigenständigkeit enthalten?

Diese Fragen wird der Wähler (auch als Nichtwähler), werden die neu gewählten Stadtratsmitglieder, alte und neue, und der neue Bürgermeister in künftiger Praxis beantworten.

Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: 

a) Grundsätzlich ist nichts gegen große Einmütigkeit einzuwenden, wenn das, über das die Einmütigkeit besteht schön und gut ist und dem Gemeinwohl nützt. 

b) Die Erneuerung der B9 und des Umfeldes in St. Goar war überfällig. Dank jahrzehntelang unterlassener Instandhaltung war St. Goar in schlechter Verfassung. Auch die Gestaltung des öffentlichen Raumes ließ hier und da zu wünschen übrig. Gerügt wird hier also nicht, daß etwas gemacht wurde, wo es überfällig war, sondern wie es gemacht wurde: 

- diktatorisch: angeblich zumeist ohne vorlaufende Beratungen des Ortbeirates und immer ohne aktive Beteiligung der betroffenen Einwohner und Geschäftsleute - beides in Verletzung des Subsidiaritätsprinzips

- mit vorhersehbaren, groben Fehlleistungen bei der Planung und Ausführung, die eine große Steuermittelverschwendung gerade auch von erheblichen Fördermitteln beinhaltet

- mit einer Gestaltung, die andernorts möglicherweise den Zeitgeist trifft, hier aber ästhetisch nicht zur "Rheinromantik" paßt und dieser abträglich ist

Ein paar Belege sollen die insinuierten Schwächen von Planung und Ausführung des Projektes Modellstadt St. Goar verdeutlichen - eine ausführliche Evaluierung des Projektes Modellstadt St. Goar wird nach Abschluß des Projektes erfolgen:

1. Der vordem bestehende intakte Belag des Marktplatzes aus Basaltkopfsteinpflaster wurde in kostenträchtiger Steuermittelverschwendung durch ästhetisch weit weniger passenden neuen Belag aus Basaltsteinplatten ersetzt. Dabei wurde die ehedem bestehende Barrierefreiheit des ganzen Marktplatzes durch unsinnige Verkehrsumlegung und eine Treppenanlage, euphemistisch von den Planern als "römische Treppe" verpackt, zerstört. Auch die von den Planern auf der Treppenanlage vorgesehene Außenbewirtschaftung ist unter anderem wegen Verunfallungsgefahr voraussehbar eine Fehlplanung gewesen. Wer will die Haftung für Unfälle bei Bewirtschaftung übernehmen? Es sind auch schon mehrere PKW einige Treppenstufen herunter gefahren worden. Um das zu vermeiden sind gar herrliche Sperren aufgestellt worden (auch neben diesen, diesen ausweichend, ist noch mindestens ein PKW Treppenstufen herunter gefahren!), fast so schön und attraktiv wie der damalige Schilderwald um die Eiche. Die Bilder 2012 (vorher) und 2013 (nachher) sprechen bezüglich der Barrierefreiheit für sich (siehe unten).

2. Der ehedem bestehende Höhensprung zwischen dem Fußweg am Rhein und dem Fuß-, Fahrradweg entlang der B9 zwischen KD-Anleger und dem alten Landungsplatz der Fähre wurde ohne Not und sinnlos erheblich vergrößert (statt beseitigt). Dort ist jetzt ein Geländer von Nöten. Möglicherweise sogar kein optisch zwar auch störendes aber weniger störendes Holmgeländer, sondern eins mit Senkrechtrohren dicht auf dicht. Der verbleibende Fußweg wurde durch die Planung so schmal und an der Rheinböschung senkrecht so erhöht, daß zukünftig, wo ehedem auch kein Geländer war, ein zweites Geländer notwendig werden dürfte. Das freie Queren der B9 über den Fahrradweg, wie es ehedem problemlos möglich war, wird unterbunden. Der Fußweg am Rhein, der ehedem fast Promenadencharakter hatte, wird jetzt zum schmalen Touristentrieb degradiert zwischen Betonmaueransatz mit aufgesetztem Geländer und zweitem Geländer am  Rhein. Mit noch häßlicherem Ergebnis, mit noch unfreierer Freizügigkeit hätte hier nicht geplant und gebaut werden können. Wie seit Jahrzehnten bekannt und vorgeschlagen (unter anderem auch im Gestaltungswettbewerb), hätte dieser Engpaß St. Goars, durch eine lange "Terrasse" gut und schön etwas geweitet werden können. Schon zwei Meter hätten viel gebracht! Da hätte das Geld, daß noch für den nicht zur Rheinromantik passenden "Rheinbalkon" rausgeschmissen werden soll, sinnvoll investiert werden können. Aber nein, Bürgermeister Mallmann wollte es nicht!

3. Nur als Boshaftigkeit, O-Ton Mallmann: "Einer muß immer leiden" ist die anscheinend mehr oder weniger "freihändige" Vergabe der Außengastronomie vor dem Hotel Hauser zu verstehen - hatte sich der Ortbeirat vorlaufend mit dieser ureigenen Aufgabe befassen dürfen? Bürgermeister Mallmann ist nachtragend. Wer ihn ärgert, weil er sein gutes Recht einfordert, wird, wenn dieses Gute Recht Bürgermeister Mallmann nicht in den Kram paßt, bei nächster Gelegenheit bestraft. Dabei ist es Bürgermeister Mallmann auch egal, ob er dabei gegen gute Gepflogenheiten der Vergabe der Außengastronomie verstößt! Da dreht er Dinge, für die sich jeder wohl erzogene Mensch einfach nur schämen würde.

4. Die herrliche neue Mauer zwischen Rheinstraße und neuem Fahrradweg/B9 ist hier im Weltkulturerbe völlig unpassend. Noch häßlicher ginge es kaum. Mit hohem Kostenaufwand soll eine nicht in die Landschaft passende Bruchsteinmauer vorgetäuscht werden. Der Schwindel fliegt aber auf den ersten Blick auf. Da wäre eine auch nur häßliche, nicht in die Landschaft passende Betonwand, die möglichst weitgehend begrünt würde oder hinter einer Hecke verschwände kostengünstiger und ehrlicher gewesen. Gut und schön, zur Landschaft passend wäre es beispielsweise gewesen, wenn vor eine konstruktiv die Kräfte aufnehmende einfache Betonwand eine Schieferverblendung, möglichst als Trockenmauerwerk, gesetzt und teilweise begrünt worden wäre. Ja, und auch dort wird es ein gar herrliches Geländer geben, besonders hoch, weil der Fahrradweg idiotischer Weise dort verläuft. Aber der mußte auf Anordnung von Bürgermeister Mallmann dort verlaufen, damit der Fördertopf für den überörtlich durchgehenden Radweg am Rhein für die Mauer angezapft werden konnte. Obwohl der Weg, der vorher als durchgehender Radweg am Rand des Parks für diese Strecke genutzt worden war, viel sinnvoller war und keine Mauer benötigte. Würde dieser Sachverhalt unvoreingenommen und neutral geprüft werden, könnte es sich um einen vorsätzlichen Fördermittelbetrug des Bürgermeister bzw. des Stadtrates handeln, der die vorhandene optimale Strecke des Radweges par ordre du mufti idiotisch (im ursprünglichen Sinne des Wortes) verlegte, damit ein anders Ziel, die Vergrößerung des Parkraumes in der Rheinstraße, trittbrettfahrend zu Lasten einer dritten öffentlichen Kasse erreicht wird. Die Stadt sollte dank der Bauernschläue des Bürgermeisters, nur einen kleinen Eigenanteil zahlen müssen und eine viel schönere und teuere Mauer für diesen (sachfremden) Zweck bekommen.

Von Bürgern auf Kritikpunkte angesprochen antwortete Bürgermeister Mallmann lakonisch: Das rutscht mir den Buckel runter, ist mir egal. Ich bekomme eine gute Pension. Und des Eigenlobes voll führte er aus, der LBM habe die Mauer (4) als einfache Betonmauer mit L-Steinen ausführen wollen. Die hätte die Stadt um 60.000 € Eigenbeteiligung gekostet. Er habe es geschafft eine viel schönere (teuere) Mauer für über 400.000 € zu bekommen - ohne einen Cent mehr Eigenbeteiligung der Stadt. Wenige Wochen später, heute am 21. Mai 2014, ist Punkt 4 des Öffentlichen Teiles einer Stadtratsitzung: "Zustimmung zur Leistung einer erheblichen, überplanmäßigen Ausgabe beim Bau der Stützmauer zwischen B9 und Rheinstraße."

Ja, der Haushalt St. Goars wurde wohl vor allem durch Mehreinnahmen in den vergangenen Jahren in der Regentschaft Mallmann konsolidiert. Doch es bleibt abzuwarten, wie es um das Erbe wirklich bestellt sein wird, wenn alle Kosten dieser Phase in den Haushalt verursachungsgerecht eingeflossenen sind. Wie hoch wird die Verschuldung St. Goars dank der Regentschaft Mallmanns letztlich werden? Wir werden es künftig erleben und erfahren und werden es seiner Leistung als Bürgermeister sachlich zuordnen. 

Wie wird das Wohl und Wehe St. Goars nach der Wahl werden? 

Es ist erstaunlich aber wahr: Gemildert durch die einmalige Lage hat St. Goar die Sünden und Fehlleistungen vieler vergangener Bürgermeister und Stadträte ertragen und ist von diesen gezeichnet. So wird es auch zukünftig sein. Es ist nur sehr schade, daß der scheidende Bürgermeister die besondere Gunst seiner Amtszeit, in der er und seine Kollegen im Rheintal mit Konjunktur- und sonstigen Fördermittel überschüttet wurden, im Detail von Planung und Ausführung nicht besser gemeistert hat. Wie viel schöner, besser, attraktiver hätte St. Goar werden können, wäre der Geldregen nicht diktatorisch verschwendet, sondern gemeinsam mit den Bürgern sinnvoll im Einklang mit der Notwendigkeit, dem Gemeinwohl, der Landschaft, der Geschichte und der Rheinromantik eingesetzt worden.

Heiliger Goar, bitte hilf, daß es besser, 
nicht schlechter werden möge!

  
St. Goar, 16. Oktober 2012  Vorher: Herr Reinke, seit Jahrzehnten ein treuer Gast St. Goars, schreitet frohgemut über schönes Basaltkopfsteinpflaster zum Rhein ...
St. Goar, 29. September 2013  Nachher: Herr Reinke wird ausgeschlossen, ausgebremst. - Verflixt und zugenäht! Warum sind hier plötzlich Stufen? Was soll das? Da konnte er letztes Jahr doch noch problemlos zum Rhein gehen. Warum ist dieser Teil des Marktplatzes für Herrn Reinke nicht mehr zugänglich?
St. Goar, 19. Mai 2014  Dank gefälliger Absperrung läßt sich die volle Schönheit der "Römischen Treppenanlage" St. Goars seit Monaten ungetrübt genießen. Auch der Finanzminister lobte bei Beginn der Bauausführung an dieser Stelle des Marktplatzes trotz ihm bekannter Kritikpunkte das Bauvorhaben in den höchsten Tönen. Was nun Herr Minister? Ist dies Ihr Leuchtfeuer hoher Baukultur? Zu gegebener Zeit wird auch Ihre Rede mit der Wirklichkeit in youtube konfrontiert werden.
St. Goar, 19. Mai 2014  Der Engpaß von St. Goar mußte natürlich dringend erhalten werden, damit genug Geld für den unsinnigen Rheinbalkon übrig bleibt! Und damit kein Tourist vom rechten Pfade abkommen möge, wird er per Zwangsführung dem Burgexpreß zugeführt, damit das Geld im Stadtsäckel klingeln möge.
St. Goar, 19. Mai 2014 [Text eingefügt am 24. Mai 2014] Der Fehler des engen Touristentriebs zwischen zwei Geländern läßt sich eines Tages ohne allzu großen zusätzlichen Aufwand beheben. Am vorteilhaftesten durch Anhebung des Fußweges am Rhein auf das Niveau des Fahrradweges (Wegfall des Geländers dort) und durch Verbreiterung um mindestens einen, besser um mehrere Meter. Auch ein oder zwei "Terrassenerker" sind denkbar - je einer rechts und links vom Anlegesteg des Felix. Die Kante zum Rhein könnte weitgehend als durchgehende Sitzstufe ausgebildet werden, mindestens eine, besser zwei oder drei. Am Fuß der untersten könnte ein Holmgeländer angebracht werden - keine Blicktrübung soweit man sich oberhalb befindet. Das Rückhaltevolumen bei Hochwasser könnte einfach neutral gehalten werden, wenn die Überbauung als Terrasse auf Stelen ausgeführt und soweit nötig von der bestehenden Böschung etwas abgetragen würde. Diese Gestaltungsmöglichkeit ist seit Jahrzehnten bekannt gewesen, naheliegend und wäre, geschickt konstruiert, nicht teurer als der nicht zur Rheinromantik passende, derzeit noch nicht gebaute, "Rheinbalkon".
St. Goar, 19. Mai 2014  Rätsel: Welchem Haus sind welche Flächen der Außenbewirtschaftung zugeordnet? Ein Beispiel bestrafender Willkür von Bürgermeister Mallmann. Und: Wer haftet eigentlich, wenn beispielsweise ein Kind unversehens durch die Kübelreihe auf die B9 läuft? Andernorts sind die Gehwege der Übersichtlichkeit und Sicherheit wegen entlang der Straßen und die Sitzflächen bei den Häusern angeordnet. Das will aber Bürgermeister Mallmann nicht, weil er glaubt so Vergaberegeln zur Außenbewirtschaftung austricksen zu können. Das könnte für den Stadtsäckel noch teuer werden!
St. Goar, 19. Mai 2014 Die gefälschte, unpassende Bruchsteinmauer mit stimmiger Betonabdeckung. Bau-Unkultur vom Feinsten!
St. Goar, 19. Mai 2014 Die gefälschte, unpassende Bruchsteinmauer mit stimmiger Betonabdeckung .... Bau-Unkultur vom Feinsten!
Bacharach, 12. April 2014 Felix Bacharach: Rheinaufwärts gibt es auch Mauern samt Abdeckung, die in die Landschaft passen
Bacharach, 12. April 2014 Glückliches Bacharach: Es gibt auch Planer, Stadträte und Bürgermeister, die Geld, das wie Manna vom Himmel fällt, ohne Geschmacksverirrung gut, schön und stimmig investieren.
Bacharach, 20. Mai 2014 Felix Bacharach: Es gibt auch Planer, Stadträte und Bürgermeister, die Bedürfnisse von Jugendlichen als integralen Bestandteil der Planung von Anfang an betreiben und - zusätzlich zu dem bereits vorhandenem - an Rheines Ufer erfüllen.

© 2010-2014 Wolf D. Zinck

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