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  Sonderübersicht zum Thema: Projekt "Modellstadt St. Goar"
St. Goar
4. Juni 2013
06:43

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz: Hochwasser überflutet die B9 zwischen der Fähre und der Parkanlage. Die Baustelle am Marktplatz, die Rheinstraße, die Heerstraße mit Nebengassen, die Kreisstraße sind vom Marktplatz bis zur Rheinfelshalle untergegangen.
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 05.06.2013: ca. 07:15 – 17:30 Uhr (MEZ): W = 719 cm; Q = 5910 m³/s
 

Meint Julia Klöckner: Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz
hat die "Modellstadt St. Goar" im Juni-Hochwasser absaufen lassen!?
Aus Julia's Trickkiste oder wie könnte Julia Klöckner sich
für das Amt der Ministerpräsidentin empfehlen.

20130717 1.0, St. Goar, wd

Auf den Artikel "Warum wurde die Modellstadt St. Goar jetzt wieder vom Hochwasser überflutet?" vom 18. Juni 2013 hingewiesen, hat Julia Klöckner als Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz mit e-Schreiben vom 27. Juni 2013 den von Kindern geliebten "Schwarzer Peter" als politisches Spiel der Verantwortungsverschiebung bei dem ernsten Thema Hochwasserschutz eingeläutet. (Verknüpfung zu dem Artikel) Frau Klöckner beruft sich auf ein Gespräch mit Herrn Bürgermeister Mallmann (CDU) und weiß daher aus dieser Quelle, daß jetzt eine Bürgerversammlung stattgefunden habe, in der die diesbezüglichen Argumente ausgetauscht worden seien. Ihr sei überzeugend deutlich gemacht worden, daß 2011 eine andere Situation bestand und damit andere Maßnahmen zu ergreifen waren. Nach Einschätzung von Frau Klöckner hänge der Hochwasserschutz in St. Goar entscheidend vom Gesamtkonzept des Hochwasserschutzes am Oberrhein ab. Hier sei die Landesregierung in der Pflicht, die vorgesehenen Maßnahmen umzusetzen.

Es ist ja verständlich, daß Frau Klöckner und die CDU-Fraktion des Landtages von Rheinland-Pfalz dem langjährigen Parteimitglied, Herrn Walter Mallmann, als Stadtbürgermeister von St. Goar,  argumentativ den Rücken stärken will. Nur, tragen diese Argumente?

Bezüglich der Einwohnerversammlung vom 19. Juni 2013 verweisen wir zur Vertiefung auf den Bericht und Artikel zu dieser, der demnächst hier erscheinen wird. Jetzt nur kurz: Ein Austausch von Argumenten hat weder bei dieser Versammlung noch ansonst stattgefunden. Es konnten nur Fragen zu vollendeten Planungen bzw. Bauvorhaben gestellt werden. 

Ja, jedes Hochwasser ist anders. In 2011 kam die Havarie des TMS Waldhof hinzu und von dieser tatsächlich oder vermeintlich ausgehende zusätzliche Gefahren für St. Goar, falls Schwefelsäure, wie auch immer durch das Hochwasser verdünnt, in das Überflutungsgebiet St. Goars eindringen würde. Das tatsächliche Gefährdungspotential für St. Goar aus 2377 Tonnen 96-prozentiger Schwefelsäure, von der sich schon eine erhebliche Menge rheinabwärts verflüchtigt hatte,  hatte am 7. Februar 2011 bei der kontrollierten Einleitung in das Rheinhochwasser laut der damaligen gemeinsamen Pressemitteilung der zuständigen Behörden folgende Auswirkung:

"Der normale pH-Wert im Rhein beträgt etwa 8,0 bis 8,1. Um 14 Uhr, zirka zwei Stunden nach Beginn der überwachten Einleitung der Schwefelsäure in den Rhein bei Kilometer 555,4, wurde in 200 Meter Abstand zur „Waldhof“ ein pH-Wert von 6,2 gemessen. In 400 Meter Entfernung waren am linken Ufer keine Veränderungen zu erkennen, am rechten Ufer lagen die pH-Werte bei 7,1 und in der Flussmitte bei 7,2. Damit sind die Veränderungen des pH-Wertes günstiger als erwartet. Negative Auswirkungen auf die Gewässerökologie sind somit nicht zu erwarten."

Am linken Rheinufer, bei St. Goar, war wegen der bestehenden Strömungsverhältnisse keine Veränderung des pH-Werts meßbar. Der Hochwasserscheitel  war bereits am 16.01.2011 im Zeitraum von 02:30 – 05:30 Uhr (MEZ) mit Kauber Pegel W = 688 cm und Durchflußmenge von Q = 5570 m³/s erfolgt. Im Zeitraum der damaligen Überflutung St. Goars war das theoretische Gefährdungspotential wegen des noch höheren Frischwasserzuflusses von gut Fünftausend Kubikmeter pro Sekunde und der Strömungsverhältnisse noch geringer anzusetzen. Daß dies auch damals schon von den Fachleuten der BASF, der Behörden und den politisch Verantwortlichen so gesehen wurde, wird auch daraus ersichtlich, daß die Anwohner des in St. Goar überschwemmten Bereiches der B9 - zwischen Marktplatz und Ruderverein, der nicht von der Überflutung durch Hochwasser geschützt wurde und der näher an dem TMS Waldhof lag - nicht einmal über diese möglicherweise drohende Gefahr gewarnt wurden.

Trotzdem war es auch als allgemeine Vorsorge richtig - entgegen des früher in St. Goar steif und fest für möglich gehaltenen und praktizierten maximalen  Hochwasserschutzes - das gegebenenfalls geringfügig saurere Rheinwasser aus diesem Teil des Überschwemmungsgebietes von St. Goar fernzuhalten. Genauso richtig war die frohe Botschaft des Bürgermeisters von St. Goar nach der erfolgreichen Abwehr des Hochwassers in bisher für unmöglich gehaltenen Höhe: "Aus dem jetzt mit Erfolg praktizierten Hochwasserschutz zieht die Stadt Lehren: "wir werden es künftig immer so machen", lautet Mallmanns Fazit." (Quelle: Rhein-Zeitung vom 17.01.2011)

Beim Hochwasser 2011 war noch Anderes anders als beim Junihochwasser 2013 u.a.: 
- Die Kosten des Hochwasserschutzes konnten zu Lasten der Havarie abgerechnet werden. Daß dies zukünftig nicht mehr möglich sein wird, mußte dem Bürgermeister zum Zeitpunkt des Interviews bekannt gewesen sein.
- Es war Februar, nicht Juni.
- Es gab keine Baustelle im üblichen Bereich der Hochwasserabwehr.
- Der Pegel Kaub erreichte 6,88 m anstelle von 7,19 m. Das Sommerhochwasser 2013 war am Pegel Kaub also 31 cm höher als das Winterhochwasser 2011. In St. Goar betrug die Differenz bei Rheinkilometer 556,120 laut eigener Messung 23 -25 cm.
- Es gab 2011 keine gleichzeitigen Jahrhunderthoch-wässer im Osten.

Sachlich, fachlich, wirtschaftlich gab es keinen Grund das Versprechen "wir werden es künftig immer so machen" zu brechen. Schon gar nicht, wenn das Versprechen beherzt angegangen und zielstrebig umgesetzt worden wäre. Beispielsweise hätte der örtliche Bauhof und die Feuerwehr mit den nötigen sachgerechten Vorbereitungsplanungen in 2011 betraut werden können. Die Bezugsquelle und der Aufbau der mobilen Betonabsperrungen in alternativen Höhen und mit gesicherter Standfestigkeit hätte im Fall des Auftretens von Hochwassern mit temporärem Einsatz in Ruhe vorbereitet und organisiert werden können. Dasselbe gilt für die nötige temporäre Pumpleistung, die mit Zuhilfenahme des THW oder einer Verleihfirma leicht gesichert hätte werden können. Auch der klamme Haushalt der Stadt hätte nicht über Gebühr belastet werden müssen. Da hätte sich der dafür gerühmte Zapfmeister öffentlicher Zuschüsse mal richtig und sinnvoll austoben können. Zudem hätte eine Vorsorgekasse der betroffenen Einwohner eingerichtet werden können, in die ein jeder nach Gusto und Vermögen hätte einzahlen können. Zumindest ein gewerblicher Betrieb hatte sich gegenüber der Stadt vor dem Auftreten des Sommerhochwassers von sich aus bereit erklärt sich an den Kosten der Hochwasserabwehr zu beteiligen. Die Abwehr des Hochwassers wäre auf jeden Fall kostengünstiger als des Erleiden der Überflutung gewesen. Dies gilt beim Sommerhochwasser 2013 auch gerade deswegen, weil die Baustelle für kleine Münze hätte hochwasserfrei gehalten werden können. Der Umgang mit Hochwassersituationen hätte zwingend Bestandteil der Baustellenplanung und der Ausführungsplanung sein müssen. Gar überaus kräftige Maschinen und Transportkapazität standen quasi vor Ort ungenutzt herum, sie hätten nur aktiv genutzt werden müssen, anstatt vom absehbaren Ereignis überfordert und verzagt von höherer Gewalt zu faseln und von Hochwasserschadengeld zu träumen.

Das Versprechen "wir werden es künftig immer so machen" kann wohl nur wegen unsachlicher, parteilicher, politischer Gründe gebrochen worden sein. Die Reichen und Entscheider haben so gebaut, daß das Hochwasser ihnen nichts anhaben kann oder hocken an Thales Kante. Unten am Rhein wurde über die Generationen so manches verdient und aus dem Tal geschleppt. Auf die paar Wähler, die regelmäßig im Hochwasser absaufen, kommt es nicht wirklich an. Wobei auch Einige von diesen das Absaufen so gewohnt sind, daß sie es für ein Wunder hielten, wenn es bis auf absolute Extremhochwasser dauerhaft ausbliebe. Die politische Macht erhält sich - zumindest vermeintlich - in St. Goar mit anderen Händeln und Geschenken. Die SPD vom Berge hortet Alberich gleich den RWE-Schatz. Die CDU von Überall kurbelt die Wirtschaft mit Steuerverschwendungen an: U. A.  reißt Sie intaktes Basaltkopfsteinpflaster vom Marktplatz, läßt einen großen Betonhaufen vom Steuermittelhimmel in den Rhein plumpsen und schlachtet eine historische Reihe wertvoller Kopflinden ab - all dies, weil es angeblich die "Rheinromantik" und den Tourismus befördert. Und das Häuflein der FDP sagt als Zünglein an der Waage zu allem Ja und Amen. Ansonsten ist es wie immer beim Fisch am Rhein.

Bis zu welcher Hochwasserhöhe Schutzmaßnahmen geplant und ausgeführt werden, ist erst einmal beliebig. Technisch ist es möglich St. Goar auch bei einem Pegelstand von deutlich über 9,11 m, dem höchsten angegebenen Hochwasserstand vom 02. Februar 1893, von Hochwasser frei zu halten. Dazu muß der Blick auf den Rhein nicht zugebaut werden, weil die "Hochwasserschutzwände" mobil sein können. Was beispielsweise in Köln und Nordrhein-Westfalen geht, geht auch in St. Goar und Rheinland-Pfalz.
Was aber gar nicht geht, was ein Unding ist, ist ein Projekt "Modellstadt St. Goar" zu planen und durchzuführen, bei dem zeitgemäßer Hochwasser-schutz nicht verwirklicht wird. Dies, obwohl Hochwasserschutz als prominentes Ziel des Projektes "Modellstadt St. Goar" von Anfang an ausgemacht und benannt wurde.

Bei den Heinzelmännchen in Köln und überall sonst am Rhein wird der Hochwasserschutz bis zur Abwehr von etwa zweihundertjährigen Hochwassern ausgelegt. In St. Goar soll der tradierte Hochwasserschutz bis maximal 6,40 m Kauber Pegel für die "Modellstadt St. Goar" erhalten bleiben. Seit 1981 wurde der Kauber Pegel von 6,40 m 14-mal (in Worten: vierzehnmal) deutlich überstiegen. Durchschnittlich soll also nach der bestehenden Planung für den Hochwasserschutz rund alle 2,35 Jahre St. Goar weiterhin überflutet werden. Wie es das Wetter so macht, mit sehr unterschiedlichen zeitlichen Abständen. Manchmal folgt auf ein Hochwasser das nächste mit nur wenigen Tagen Abstand, manchmal alle Jahre wieder und manchmal gibt es auch eine achtjährige Hochwasserpause. Anderswo wird dafür gesorgt, daß Hochwasser statistisch gesehen nur etwa alle 200 Jahre einmal in bebauten Überschwemmungsgebieten auftreten soll. In St. Goar gibt sich der Bürgermeister, hilfreich gestützt von Julia Klöckner, mit einer Überschwemmungshäufigkeit der Stadt St. Goar von rund alle drei Jahre zufrieden. St. Goar soll also alle drei Jahre ruhig mal vom Vater Rhein mit ausufernder Güte überschwemmt werden, weil es der Bürgermeister so will. Und Julia Klöckner schreit begeistert "Hurra" dazu. Warum sollten stolze Besitzer der Worthülse "Modellstadt" sich auch noch ernsthaft mit Hochwasserschutz auseinandersetzen? 

Das sieht Frau Julia Klöckner offensichtlich genauso. Und darüber hinaus soll für den Hochwasserschutz in St. Goar die ansonsten mit Recht gepriesene Subsidiarität nicht gelten. Nach Einschätzung von Frau Julia Klöckner überschwemmt das Hochwasser St. Goar entscheidend wegen der von der Landesregierung von Rheinland-Pfalz zu langsam durchgeführten Maßnahmen des Hochwasserschutz-konzeptes am Oberrhein. Hätte die Landesregierung von Rheinland-Pfalz die Maßnahmen am Oberrhein richtig vorgesehen und schon umgesetzt, so klingt es bei Frau Klöckner durch, wäre der für St. Goar auf 6,40 m Kauber Pegel  beschränkte Hochwasserschutz voll ausreichend. 

Wenn dies so wäre, hätte trotzdem nichts dagegen gesprochen, das Versprechen "wir werden es künftig immer so machen" solange einzuhalten, bis die vollendeten Hochwasserschutzmaßnahmen des Oberrheines - möglicherweise in der Regentschaft von Julia Klöckner - einem gutem Ende zugeführt und abgeschlossen wären. Und bis sich die steile These von Frau Klöckner bewahrheitet hätte und für St. Goar ein Hochwasserschutz von 6,40 m Kauber Pegel sich als tatsächlich ausreichend erwiesen hätte. 

Dem wird aber nie so sein. Die Situation bei Hochwassern hat sich in St. Goar durch den Ausbau des Oberrheins in Bezug auf die erreichten Hochwasserstände nur verhältnismäßig wenig geändert. Einerseits liegt St. Goar schon recht weit weg  vom Oberen Oberrhein - da senkt sich so mancher Wasserbergscheitel über die Strecke ab - und andererseits ist der Obere Mittelrhein gleichzeitig zunehmend zu einem Kanal verkommen, durch den auch in St. Goar eher mehr Wasser durchrauschen kann als ehedem. Weit wichtiger ist aber, daß die Polder am Oberrhein nicht allein dafür gebaut wurden und werden, damit das Rheinhochwasser in St. Goar den Kauber Pegel von 6,40 m nicht übersteigt. Selbst, wenn dies so wäre und alle bestehenden und geplanten Polder nur in Hinsicht auf die Rettung St. Goars gesteuert und geflutet würden, würde der Kauber Pegel noch immer fast genauso regelmäßig 6,40 m übersteigen wie bisher.

Liebe Julia Klöckner, Sie könnten aber Ihre Aussage wahrmachen und St. Goar retten. Dazu müßten Sie nur Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden. Sie könnten Hochwasser jenseits des Kauber Pegels  von 6,40 m - oder noch besser jenseits von 5,60 m - von St. Goar grundsätzlich fernhalten. Beispielsweise könnten Sie mit eiserner Hand und Durchsetzung oberhalb der Loreley eine Hochwasserstauanlage bauen, die bei auftretenden Hochwassern jenseits des ehemaligen Kauber Pegel von 5,60 m, diese ins obere Obere Mittelrheintal aufstauen. Das hätte gleich mehrere Vorteile:

- In St. Goar könnte der Quickdamm (Technisch war er nie überzeugend oder ausgereift. Der Hersteller war sicher heilfroh die Krücke nach St. Goar entsorgt zu haben.) den Hochwasserschutz weiter bewerkstelligen oder besser gar bei 5,60 m maximal möglichen Hochwasserstand irgendwo - gleichsam als wirbelloser, entleerter "Malworm" - verrotten.
- Das Wetter würde den alten Konkurrenten Oberwesel endlich fein gesteuert durch Hochwasser bändigen.
- Das Bauwerk könnte in Kombination auch die von manchen ersehnte Brücke sein.
- Der Strom könnte elektrischen Strom erzeugen.
- Die unterhalb in Köln und anderswo unnötig gewordenen oberirdischen mobilen Hochwasserschutz-vorrichtungen könnten rheinaufwärts Verwendung finden.

Wenn die UNESCO diese Weiterentwicklung und den Fortschritt für die Bevölkerung St. Goars und der rheinabwärts liegenden Orte als unverträglich mit dem Welterbestatus ansehen würde, könnte das Bauwerk auch an die obere Grenze des Weltkulturerbes gerückt werden. Da müßten Sie nur die/den hessische/n Ministerpräsidentin/en und den Rheingau mit etwas vergorenem Rebensaft für diese tolle Lösung gewinnen. Der Oberrheingraben hat sicher genügend Retentionspotential und die Schiersteiner Brücke würde eine gehörige Entlastung bekommen. 

Doch jenseits dieser Bewerbung als Politnarr: Die Polder am Oberrhein wurden aus gutem Grund nach mathematisch-ökologisch-wirtschaftlichen Modellen ausgelegt und werden nach eben diesen betrieben und gesteuert. Sie bewirken dort, wo die größten Höhenzunahmen der Hochwasser durch den Ausbau des Oberrheines verursacht wurden - am Oberrhein-, die größten Absenkungen. Hochwasser im Mittelrheintal entstehen durch anhaltende Niederschläge und Tauwässer auf großen Flächen des oberhalb gelegenen Gebietes, das sich über den Rhein und seine Nebenflüsse ins Meer entwässert. Wenn die Wetterlage es hergäbe, könnten am Mittelrhein jederzeit Hochwasser auftreten, die auch alle bisher gekannten Wassermengen und Hochwasserstände übertreffen. Dazu müßte es nur lange und stark genug auf ausreichender Fläche regnen. Tauwasser spielt natürlich auch eine Rolle. Vater Rhein könnte spielend über alle Maßen anschwellen. 

Welcher Anteil bei Hochwassern und Hoch-wasserhöhen menschengemacht ist, durch Menschen verursachten Klimawandel, durch Versieglung von Oberflächen, durch Verkleinerung von Rückhalteflächen, Flußbegradigungen = Flußverkürzungen, Kanalisierung und dergleichen läßt sich mit entsprechendem Aufwand in etwa berechnen. Beim Einfluß des Klimawandels wird der Aufwand aber sehr hoch bis die Berechnungsmodelle ggf. einigermaßen zutreffen, weil zahllose Annahmen, die das Ergebnis beeinflussen, wenn überhaupt, nicht ganz leicht zutreffend bzw. sicher zu erfassen sind. Am ehesten könnten Hochwasser-ereignisse wegen der menschgemachten Veränderungen möglicherweise öfter auftreten.
Ganz ohne aufwendige Rechenkünste ist aber offensichtlich, daß im Verhältnis zu den möglichen und bei Hochwassern und Extremhochwassern üblichen Wassermengen, die durch den Rhein entwässert werden müssen, alle Veränderungen der Hochwasserstände, die durch die Menschen bisher verursacht wurden, am Oberen Mittelrhein fast zu vernachlässigen sind. Gesteuerte Polder, die bei ansteigendem Wasserspiegel zunächst Überschwemmungsgebiet freihalten und später gezielt zur Verringerung der Höhe der Scheitelwellen geflutet werden, bringen die Höhe der Scheitelwellen am Oberrhein zunehmend näher an den Zustand vor dem Ausbau des Oberrheins. Sie bergen durch die neue Steuerungsmöglichkeit sogar die Möglichkeit das eine oder andere Hochwasser im Vergleich zum natürlichen Urzustand etwas abzusenken, weil Polderflächen erst beim Erreichen der angenommenen Höchstwasserstände geflutet werden. Für den Pegelstand in Kaub und die Hochwassersituation in St. Goar hat dies aber nur eine sehr untergeordnete Bedeutung. Die Häufigkeit echter Hochwasser, also solcher, die den Pegel in Kaub über 6,40 m steigen lassen, wird durch alle gesteuerten und ungesteuerten Polder und alle zusätzlichen Reserveräume, die bei Extremhochwasser geflutet werden können, nicht nennenswert abnehmen.

Das liegt auch daran, daß die Polder primär zum Schutz der Orte geflutet werden, die recht nahe unterhalb des Polder liegen. Sinnvollerweise wird so der Hochwasserschutz von der Quelle abwärts betrieben. Sinnvoll, weil so die Orte unterhalb der Polder optimal geschützt werden und weil sich die Absenkung der Scheitelwelle dort automatisch mindernd rheinabwärts auswirkt. Es liegt aber vor allem und allein schon daran, daß die Polder erst geflutet werden, wenn echte Hochwasser auftreten und die liegen auf St. Goar bezogen immer deutlich jenseits eines Kauber Pegels von 6,40 m. Der Polder, dessen Flutung die direkteste Auswirkung für St. Goar hat, der Polder Ingelheim, wird frühestens ab einem Pegelstand von 6,90 m in Kaub geflutet - also erst, nachdem St. Goar, so wie es Julia Klöckner und der Bürgermeister auch für die Zukunft wollen, schon lange vom Hochwasser überflutet ist. Beim Sommerhochwasser 2013 wurde der Polder Ingelheim am 4. Juni gegen 4 Uhr 30 geflutet. Und was hat es für St. Goar gebracht? Es hat den Scheitel der recht langen Flutwelle, solange die Flutung andauerte, etwas abgesenkt. Genauer und auf den Pegel Kaub bezogen: Zum Zeitpunkt der Flutung lag der Pegel Kaub bei 7,14 m, stieg ab 14 Uhr auf 7,15 m, ab 20 Uhr 30 auf 7,16 m, ab 23 Uhr 30 auf 7,17 m, am 5. Juni ab 2 Uhr 45 auf 7,18 m, ab 7 Uhr 15 auf 7,19 m, blieb dort bis 17 Uhr 30 und begann danach langsam zu fallen. Da die in den Pegelkurven ersichtliche Stufung der Scheitelwelle auch schon am Pegel Mainz bestand, könnte es sein, daß die Flutung, wäre sie etwas später und/oder ggf. mit minderer Entnahme erfolgt, den maximalen Pegel am Ende der Scheitelwelle und der ganzen Scheitelwelle hätte ein wenig niedriger halten können. Da wäre es aber nur um wenige Millimeter gegangen. Im Bericht zum Junihochwassers im Rhein des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht wird angegeben, daß die Flutung des Polders in Ingelheim zu einer Absenkung des Kauber Pegels von 3 cm geführt habe. Dies wird sicher ziemlich genau zutreffen. Da der Scheitel der Hochwasserwelle aber ziemlich lang war, länger war als nennenswerte Entnahme von Hochwasser in den Polder, wurde der Maximalpegel des Hochwassers in Kaub wohl nur wenig oder überhaupt nicht abgesenkt, sondern nur die Zeitdauer des Maximalpegels. In demselben Bericht wird die Absenkung des Pegels Kaub durch alle Polder bei diesem Hochwasser mit etwa 13 cm angegeben. Dabei ist zu beachten, daß gar nicht alle Polderkapazitäten eingesetzt wurden, weil das Hochwasser nicht ausreichend extrem war. Wären alle Polder fertig gewesen hätte sich in Kaub und St. Goar nichts oder nur wenig geändert. Am ehesten wären ein paar noch nicht vorhandene Polder in Baden-Württemberg noch benutzt worden. Sind eines Tages alle geplanten Polder fertig, wird ein vergleichbares Hochwasser den Hochwasserpegel in Kaub nicht wesentlich ändern. Richtig wirksam werden die Polder eben besonders bei den extremsten Hochwassern. Ein Hochwasser wie 1988 würde in Kaub anstatt 8,19 m ein paar Dezimeter niedriger ausfallen. Vielleicht 20 oder gar 30 cm niedriger. Das könnte in dem vorhanden Modell bestimmt recht zutreffend ausgerechnet werden. Aber auch das hilft nicht wirklich, weil, wenn es bei dem zukünftigen Hochwasser auf großer Fläche zwei Tage länger stark regnet und/oder wenn der Hochwasserscheitel recht lang wäre und/oder wenn sich die Hochwasserscheitel der einzelnen Zuflüsse paßgenau addieren, das bißchen Rückhaltung in den Poldern und Reserveflächen am Oberrhein schnell gefüllt wäre. 

Zusammengefaßt: 
Alle Polder und Reserveflächen am Oberrhein werden die Hochwasserstände in St. Goar in der Regel nur wenige Dezimeter absenken. St. Goar wird bei Hochwasserschutz bis Kauber Pegel 6,40 m - mit oder ohne Polder und Reserveflächen - wie seit Jahrhunderten alle paar Jahre, im Schnitt der letzten dreißig Jahre, rund alle drei Jahre überflutet werden.
Deswegen ist es absolut unverständlich, daß beim Projekt "Modellstadt St. Goar" kein über den Kauber Pegel von 6,40 m hinausgehender Hochwasserschutz vorgesehen ist. 
Der von der Bürgerinitiative "PRO St. Goar" vorgeschlagene Hochwasserschutz bis Kauber Pegel 7,50 m ist als untere Grenze eines zeitgemäßen Hochwasserschutzes anzusehen. Würde, wie anderswo, ein 200-jähriges Hochwasser abgewehrt werden sollen, wäre ein Hochwasserschutz bis zu einer Höhe von 8,25 bis 8,50 m des Kauber Pegels vorzusehen. Diese Schutzhöhe für ganz St. Goar - auch entlang der B9 - zu erreichen, ist technisch keine besondere Herausforderung. Auch finanziell nicht wirklich, solange beim Projekt "Modellstadt St. Goar" an anderen Stellen Steuergelder vernichtet anstatt sinnvoll eingesetzt werden. Wenn die dort verwendeten Steuermittel nicht vorrangig sinnvoll eingesetzt werden dürften - z. B. für den Hochwasserschutz -, sind es dann eher grobe systemische Mängel der Steuermittel-verwendung, die bei politischem Sachversand und mit politischem Willen leicht zu beheben wären.
Beim Projekt "Modellstadt St. Goar" nicht zumindest die für echten Hochwasserschutz notwendigen unterirdischen Maßnahmen zu durchzuführen, wenn bei diesem Projekt fast die ganze betroffene Strecke entlang der B9 tiefbaulich ohnehin mit hohem Kostenaufwand erneuert wird, beweist nur eins:
Unter Führung des Bürgermeisters und von Julia Klöckner wollen alle Beteiligten St. Goar mit groben Vorsatz auch zukünftig regelmäßig absaufen lassen!
Der Fall, daß es kein grober Vorsatz wäre, wäre nicht wirklich besser: Es wäre absolute Inkompetenz oder eine Mischung aus beiden Möglichkeiten.

Nebenbei: Damit der unterlassene Hochwasserschutz nicht sofort nachgerüstet werden kann, wird nach Beendigung der Bauarbeiten an der B9 eine eigentlich sinnvolle Bauverbotszeit von wohl 6-jähriger Dauer verhängt. Aber vielleicht gilt die ja nicht, wenn vorher fehlerhaft gearbeitet wurde? Zum Beispiel: Der eigentlich sinnvolle Niederschlagwasserkanal, der jetzt neu verlegt wird, bekommt keinen Schieber oder Deckel, der bei Hochwasser geschlossen werden kann. Bei Hochwasser strömt dann Rheinwasser durch einen 80 cm starken Kanal ins Überschwemmungsgebiet von St. Goar. 

Warum Julia Klöckner so ein Schnitzer und die Fehlplanung des Hochwasserschutzes beim Projekt "Modellstadt St. Goar" insgesamt nicht hätte vorkommen dürfen:

Die Begründung ist ganz einfach: Weil die Notwenigkeit in St. Goar etwas für echten Hochwasserschutz machen zu müssen, vollkommen offensichtlich ist. Die Historie der Überschwemmungen ist gut dokumentiert. Wasser-stände und deren fließenden Volumina sind kein Geheimnis. Auch die Volumina die pro Sekunde dem Hochwasser an den Poldern und Reserveflächen entnommen werden können und wie lange dies geschehen kann, bis die Polder und Reserveflächen "gefüllt" sind, sind bekannt.

11- bis 13-jährige aufgeweckte Mädchen und Jungen könnten diese und andere Grunddaten leicht herausfinden. In einem Projekt angewandten Rechen-, Naturkunde- und Heimatkundeunterrichts könnten sie mit bloßer Nutzung der Grundrechenarten selbständig bestimmen, wie die Pegelstände in Kaub und St. Goar sich in Abhängigkeit von der Nutzung der Polder und Reserveflächen verhalten werden. Die begleitende Lehrerin könnte sich auf Hilfestellungen bei Fragen und den einen oder andern Hinweis beschränken. Die Fakten sind kinderleicht zu ermitteln und zu errechnen.
Zum Beispiel: Beim Pegel von Kaub von 7,19 m flossen 5.910 Kubikmeter pro Sekunde den Rhein herab, mal 60 Sekunden für die Wassermenge pro Minute (
= 354.600 cbm pro Minute), mal 60 Minuten für die Wassermenge für die Stunde (= 21.276.000 cbm pro Stunde), mal 24 Stunden für die Wassermenge am Tag = 510.624.000 cbm pro Tag. Dies muß nur ins Verhältnis damit gesetzt werden, was dem Fluß in cbm pro Zeiteinheit beispielsweise pro Sekunde und über welchem Zeitraum entnommen werden kann. In den Polder von Ingelheim wurden mit maximal 110 cbm pro Sekunde rund 2.500.000 cbm entnommen. Wieviel Kubikmeter pro Sekunde und wieviel Kubikmeter Wasser dem Rhein entnommen werden können hängt natürlich von der Höhe des Wasserstandes ab. Aber selbst, wenn von 5.910 cbm die maximalen 110 cbm dem Rhein entnommen werden macht das nicht viel aus, eben rund 3 cm des Wasserstandes. Und das nur solange bis der Polder voll ist.
Findig wie Kinder, die gelassen werden, nun mal sind, würden sie sicher auch über die Institute, Forschungsanstalten und Behörden stolpern, die sich mit Hochwassern am Rhein befassen. Auch dort würden sie fündig werden. Oder sie stolpern über Fachartikel, Berichte oder Zeitungsartikel, die sich verständlich und faktenbasiert mit dem Thema befassen. Auf die Ergebnisse der Kinderarbeit wäre sicher Verlaß.

Da kann schon die Frage aufkommen, warum kriegen Julia Klöckner, der Bürgermeister und die anderen Beteiligten das nicht hin? 
Warum planen und bauen die so einen Bockmist?
Glauben die etwa noch, daß sie Recht haben und Gutes tun?
Oder glauben die, daß die Einwohner St. Goars über die Jahrzehnte vom Hochwasser so verdummt wurden, daß sie nichts merken?

In Wirklichkeit ist es aber noch viel schlimmer. Frau Julia Klöckner, der Bürgermeister und die anderen Beteiligten müßten noch nicht einmal der Grundrechenarten oder des Schreibens mächtig sein. Sie bräuchten nur Empathie und müßten sich ein wenig kümmern. Sie könnten zum Beispiel bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt an der Weinstraße anrufen oder beim Landesamt für Umwelt und Wasserwirtschaft in Mainz oder bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Mainz oder bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. Überall dort sind qualifizierte Fachleute, deren berufliche Aufgabe Hochwasserschutz am Rhein beinhaltet, die von Steuergeld bezahlt werden, die nicht nur der Grundrechenarten im Schlafe mächtig sind und die freundlich angesprochen bei solch einfachen Fragestellungen ratzfatz wohl begründete Ergebnisse liefern. Julia Klöckner könnte auch noch den wissenschaftlichen Dienst des Landtags von Rheinland-Pfalz bemühen, auch der des Bundestages könnte angezapft werden. Oder Frau Julia Klöckner hätte den Presseschnipseldienst fragen können: "Habt ihr was zum Thema?"  Da hätte sie sicher etwas erhalten, was der sachlicher Aufklärung hätte dienen können. Beispielsweise den Artikel "Ein Reglement gegen die nasse Gefahr" von Jürgen Müller, der in der Südwestdeutschen Zeitung, Ausgabe die Rheinpfalz, Nr. 127, am Mittwoch, den 5. Juni 2013 erschienen ist und der wichtige Aspekte die Reglung der Polder am Oberrhein anschaulich verständlich macht. Oder den Bericht zum "Hochwasser im Rhein Juni 2013" vom 3. Juli 2013 vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, der genauso, wie der Bericht des Bundesanstalt für Gewässerkunde "Das Juni-Hochwasser des Jahres 2013 in Deutschland" vom 27. Juni 2013,  die Fakten des rheinischen Sommerhochwassers nachvollziehbar aufführt und den Ablauf des Hochwassers auch mit gut lesbaren Graphen anreichert.

Am Ende bleibt die Frage:

Wie werden Sie, sehr geehrte Frau Klöckner, sich jetzt für echten Hochwasserschutz von St. Goar einsetzen?

Das könnte eine Art Lackmustest, könnte ein Gesellinnenstück für den Nachweis Ihrer denkbaren Eignung für das Amt der Ministerpräsidentin werden. Zeigen Sie bitte doch mal was Sie "drauf haben". Den Bockmist in St. Goar hat, anders als am Nürburgring und anders als Sie in Ihrem Schreiben unbegründbar insinuieren, eben gerade nicht primär die Landesregierung verzapft. Nein, den hat - warum auch immer - zu förderst das schwarze Loch, den hat der Bürgermeister und die örtliche CDU mit dem gelben Waagenzünglein vollbracht. Wenn Sie nur wollen, können Sie den Karren aus dem Dreck ziehen. Da wird Ihnen weder Herr Ramsauer, auf den es dabei ankommen könnte, noch die Landesregierung, noch die Bundeskanzlerin mitsamt der Regierung im Wege stehen. Im Gegenteil, alle könnten - als am BM auch nicht völlig Unbeteiligte - kräftig mitziehen.
Beim Projekt "Modellstadt St. Goar" könnte der Hochwasserschutz und andere fehlgelaufene Planungen noch spielend korrigiert werden. Auch die bereits erfolgten Vergaben für Betonhaufen im Rhein und für B9 samt Umland sind da in keiner Weise ein Grund Fehlplanungen und mit der Rheinromantik unverträgliche Steuermittelverschwendungen fortzuführen. Dem Bauunternehmer ist es egal, ob er was Sinnvolles oder Bockmist baut. Mit dem kann geredet werden. Der wird sich keiner vernünftigen Lösung widersetzen. Der will Umsatz machen und muß schwarze Zahlen schreiben. 

Den Griechen wird vorgeworfen, daß Sie ihre Hilfs- und Steuermittel trotz hoher Staatsverschuldung nicht effektiv für das Gemeinwohl einsetzen. Auch hier am Rhein, hier in St. Goar ist es nicht wirklich besser, werden Hilfsmittel verpraßt und ist ein gar schlauer, listenreicher und bestens vernetzter Odysseus am Werke. Und was die Staatsverschuldung angeht, ist Deutschland - gleichsam als Polyphem - nur wegen der völligen Blindheit anderer relativer König und weil die Profiteure unserer Tage ja sonst gar nicht wüßten, wo sie ihren Kies ansonsten hinkippen können.

Nur Mut, liebe Julia Klöckner, packen Sie es an, gehen Sie in den Stall des Augias am Rhein und bewähren Sie sich wie Herakles. Da wir heutigen Menschen nur einfacher Abstammung entspringen, brauchen Sie die Aufgabe nicht einmal an nur einem Tag erledigen.

Quellen:

Das Juni-Hochwasser des Jahres 2013 in Deutschland  BfG-1793, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz 
Dieser Bericht entstand im Rahmen einer Kooperation der Bundesanstalt für Gewässerkunde mit dem Deutschen Wetterdienst. 

Hochwasser im Rhein Juni 2013 Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht 
(Wie lange diese Verknüpfung zu der Datei bzw. zu dem Bericht führen wird ist ungewiß.)

Information zum Hochwasserschutz am Oberrhein der Struktur- und Genehmigungsdirektions-Süd, Neustadt an der Weinstraße

"Ein Reglement gegen die nasse Gefahr", Artikel in DIE RHEINPFALZ vom 04. Juni 2013

Hinweis: Einspaltige für Druck und Schriftvergrößerung im Browser besser geeignete Version. Verknüpfungen zu vorgeschlagenen Lösungsansätzen des Hochwasserschutzes der Bürgerinitiative  "PRO St. Goar": 
Siehe dort Punkt 42 auf Seite 10  „PRO St. Goar # 1 bis # 47“  1.0   08.12.2012 
Lange Reihe der Pegelstände Kaub von 1981 bis heute und Hochwasserschutz laut "PRO St. Goar"

Anhang: Graph und Bilder

St. Goar
Juni 2013
Die Pegelkurven von Kaub und St. Goar vom 2. Juni bis zum 4. Juli 2013
Der Polder von Ingelheim wurde am 4. Juni gegen 4 Uhr 30 bei Kauber Pegel von 7,14 m geflutet
Achtung: Die Stufung der Scheitelwelle war schon oberhalb des Ingelheimer Polders ausgeprägt
Quelle: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV); www.pegelonline.wsv.de
  
St. Goar
3 Juni 2013
18:36

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz: Hochwasser überflutet die B9 zwischen der Fähre und der Parkanlage. Die Baustelle am Marktplatz, die Rheinstraße, die Heerstraße mit Nebengassen, die Kreisstraße sind vom Marktplatz bis zur Rheinfelshalle untergegangen.
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 05.06.2013: ca. 07:15 – 17:30 Uhr (MEZ): W = 719 cm; Q = 5910 m³/s
  

St. Goar
16. Januar 201
15:33

St. Goar im Januar 2011 mit Hochwasserschutz: Hochwasser auf B9 oberhalb der Absperrung mit Betonleitplanken aber nicht in der Rhein-, Heer- und Kreisstraße. Die Pumpe des THW hält den Wasserstand etwas unter der Straßenoberfläche. Es könnte sogar die Rheinstraße leicht überspült werden, wenn zur Pumpleistungsminimierung nur die Erdgeschosse vom Hochwasser freigehalten werden sollten und die wenigen Gebäude, die Räume mit Böden direkt auf Straßenniveau haben, separat geschützt würden.
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 16.01.2011 ca. 02:30 – 05:30 Uhr (MEZ): W = 688 cm; Q = 5570 m³/s
  

St. Goar
16. Januar 2011
15:58

St. Goar im Januar 2011 mit Hochwasserschutz: Hochwasser wird auf den überfluteten Hansenplatz gepumpt. Wäre im Januar das Wasser nicht kalt, könnte der Hansenmeister, solange der Eisenring noch über dem Rheinspiegel liegt, herrliche Hansungen vollziehen!
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 16.01.2011 ca. 02:30 – 05:30 Uhr (MEZ): W = 688 cm; Q = 5570 m³/s
  

St. Goar
17. Januar 2011
18:07

St. Goar im Januar 2011 mit Hochwasserschutz: Da die B9 zwischen Ruderverein und Marktplatz nicht vor Hochwasser geschützt wurde, läuft aus dem kanalisierten Überschwemmungsgebiet trotz der provisorischen Abdichtung der Kanaldeckel und Gullys viel Hochwasser in die Kanäle. Dieses Fehlwasser muß zusätzlich abgepumpt werden. Auf einen großen Strudel mit "Fehlwasser ins Kanalsystem" aufmerksam gemacht, bemerkten Helfer des THW lapidar: "Ist doch egal, die Pumpe schafft's leicht." So blieb zumindest ein großer Strudel tagelang aktiv und brachte Unmengen von Fehlwasser zur Pumpe. Er war - Dank Corioliskraft, die auch bei der Entstehung von Hochwassern durch Einfluß auf die Wetterbildung eine Rolle spielt - der größte und beständigste Rheinstrudel zwischen dem Binger Loch und dem Deutschen Eck in Koblenz. Schulkinder, die das Glück hatten einen guten Sachkunde- bzw. Physiklehrer zu haben, könnten am Strudel erkennen, ob das Bild auf der Süd- oder der Nordhalbkugel unserer Erde aufgenommen wurde. Das gespiegelte Bild dieses Strudels, wie er auf der Südhalbkugel unserer Erde aussähe, ist unter diesem Text eingefügt.
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 16.01.2011 ca. 02:30 – 05:30 Uhr (MEZ): W = 688 cm; Q = 5570 m³/s

 

   
St. Goar
14. Dezember 2012
12:51
12:55

St. Goar im Dezember 2012 "Tiefbau verunmöglicht zukünftigen Hochwasserschutz": Der neue Kanal für Niederschlagswasser aus dem bebauten Gebiet - ab dem Marktplatz rheinaufwärts - ist sinnvoll, da er die Kläranlage entlastet. Er entwässert unterirdisch über den Lohbach in den Rhein. Er bekommt aber weder einen Schieber noch ein Klappe, die bei Hochwasser geschlossen werden kann. Das Verschließen und die Möglichkeit das anfallende Niederschlagswasser bei Hochwassern auf Hochwasserhöhe in den Rhein zu fördern ist aber für den zwingend sinnvollen Hochwasserschutz St. Goars entlang der B9 zwischen Marktplatz und Ruderverein notwendig. Dies bei dieser aufwendigen Tiefbaumaßnahme jetzt nicht zu verwirklichen ist eine eklatante Fehlplanung. Die Planung ist weder nachhaltig noch zukunftsfest. Die Planer und Entscheider sollten sich ihr Lehrgeld zurückgeben lassen!
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 16.01.2011 ca. 02:30 – 05:30 Uhr (MEZ): W = 688 cm; Q = 5570 m³/s
  

 
 
St. Goar
25. Juli 2013
12:55
12:49
12:48

St. Goar im Juli 2013 - Ergänzende Bestandsaufnahmen "Tunnelblick der Planer verunmöglicht zukünftigen Hochwasserschutz entlang der B9":  
Der neue Kanal für Niederschlagswasser aus dem bebauten Gebiet - ab dem Marktplatz rheinaufwärts - entwässert unterirdisch über den Lohbach in den Rhein. Das Tonnengewölbe der Vertunnelung des Lohbachs ist am Austritt am Rhein gut zu erkennen. 
Der Anstich des Tunnels durch den neuen, zukünftigen Niederschlagswasserkanal ist ebenfalls gut zu sehen.
Der Tunnelblick reicht bist zur ersten Biegung des Kanals, der einen Revisionsschacht zur Oberfläche hat. Weder einen Schieber noch ein Klappe, die bei Hochwassern geschlossen werden könnten, sind vorhanden. Auch die Möglichkeit das anfallende Niederschlagswasser bei Hochwassern auf Hochwasserhöhe in den Rhein zu fördern ist in der Planung nicht vorgesehen gewesen - könnte aber zumindest, gäbe es nach dem Revisionsschacht eine Verschlußmöglichkeit für den Kanal, mit mobiler Pumpe aus dem Revisionsschacht leicht geschehen.
Die Auftraggeber und Planer haben sich mit Tunnelblick beharrlich geweigert die Wirklichkeit der häufigen Hochwasser in St. Goar wahrzunehmen. In Köln hat die Stadtentwässerung die Federführung für den Hochwasserschutz übernommen - in St. Goar fehlt ihr der Durchblick.
   

St. Goar
16. Januar 2011
17:20

St. Goar im Januar 2011 mit Hochwasserschutz: Hochwasser auf B9 oberhalb der Absperrung mit Betonleitplanken aber nicht in der Rhein- und Heerstraße. Gut zu sehen ist die noch verbliebene, erhebliche Restschutzhöhe dieser Betonleitplanken. Es können natürlich auch viel höhere benutzt werden.
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 16.01.2011 ca. 02:30 – 05:30 Uhr (MEZ): W = 688 cm; Q = 5570 m³/s
  

St. Goar
18. Januar 2011
11:13

St. Goar im Januar 2011 mit Hochwasserschutz: Die B9 ist wieder aufgetaucht. Die Betonleitplanken mit vorgelegter Plane und Sandsäcke sollten nicht am Marktplatz enden, sondern könnten entlang der ehemaligen Reihe wertvoller, prägender Kopflinden - Gott habe sie selig, soweit sie nicht noch mit Stockausschlag ums Leben ringen! - bis zum Ruderverein geführt werden, um ganz St. Goar vor den Hochwassern zu schützen. Anstelle der Betonleitplanken können natürlich auch andere mobile Hochwasserschutzwände benutzt werden. 
  

St. Goar
18. Januar 2011
16:21

St. Goar im Januar 2011 mit Hochwasserschutz: Den Auf- und Abbau der Betonleitplanken kann eine einzelne Person erledigen. Andere können zuschauen oder die Plane handhaben. Die Sandsäcke auszubringen, wenn diese nach Überprüfung statisch notwendig sein sollten, könnte beispielsweise eine Aufgabe für den Sportverein und eine gemeinschaftsbildende Bürgerwehr sein.
  

St. Goar
13. Juni 2013
18:25

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz: Hochwasser auf der B9, der Rhein-, der Heer-  und der Kreisstraße    Kauber Pegel 6,89 m fallend
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 05.06.2013: ca. 07:15 – 17:30 Uhr (MEZ): W = 719 cm; Q = 5910 m³/s
  

St. Goar
7. Juni 2013
19:45

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz: Hochwasser auf B9, links im Bild. Die ganze B9 könnte mit mobilen Schutzwänden spielend vom Hochwasser geschützt werden. Bei diesem Hochwasser hätte eine mobile Hochwasserschutzwand von rund 90 cm Höhe voll ausgereicht.
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 05.06.2013: ca. 07:15 – 17:30 Uhr (MEZ): W = 719 cm; Q = 5910 m³/s
  

St. Goar
6. Juni 2013
18:25

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz: Hochwasser auf der Heerstraße und am oberen Bildrand auf der B 9
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 05.06.2013: ca. 07:15 – 17:30 Uhr (MEZ): W = 719 cm; Q = 5910 m³/s
  

St. Goar
7. Juni 2013
20:18

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz: Hochwasser auf der Kreisstraße und der Heerstraße
Kauber Pegel: Hochwasserscheitel am 05.06.2013: ca. 07:15 – 17:30 Uhr (MEZ): W = 719 cm; Q = 5910 m³/s
  

St. Goar
6. Juni 2013
20:58

St. Goar im Juni 2013 ohne Hochwasserschutz:  "Das Rheingold leuchtet auf"

Oh heiliger, heiliger San Gewehr:
Möge Erkenntnis Licht 
ins Dunkel bringen.
  

© 2010-2013 Wolf D. Zinck

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