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St. Goar,17.01.2011 07:30   Der Anblick behielte seinen Reiz  -  auch wenn ein Mäuerchen entlang der Bäume den Strom ein wenig begrenzen würde.

20110129.02.01, 56329 St. Goar, wdz
Diskussionspunkte "Modellstadt St. Goar"
(01) Hochwasserschutz:
Warum ist in der Planung kein Hochwasserschutz bis zu einer vernünftigen Höhe für die ganze Stadt enthalten?

Bis zu welchem genauen Pegelstand jenseits von 7 m der Hochwasserschutz sinnvoll ist, läßt sich anhand recht einfacher Modellrechnungen ermitteln. Auch die Ästhetik braucht dabei keineswegs zu kurz zu kommen.

Der Hochwasserschutz könnte beispielsweise in Form einer  in angenehmer Weise durchbrochenen Mauer - die Durchbrüche sind im Hochwasserfall mit mobilen Wandteilen zu verschließen - entlang der B 9 vom Ruderverein bis zum Hansenplatz gestaltet werden. Als ein Nebeneffekt würde der Fahrradverkehr von Spaziergängern und Sitzenden aufgelockert getrennt. Die Mauer könnte auch Basis bequemer Sitzmöglichkeiten (bitte mit Rückenlehnen), sein, die sowohl leicht entfernbar alsauch gut sauber gehalten werden können, da 'Bankfüße' entfallen können.

Beim Pegelstand von 7 m würde die Mauerkrone die Höhenlage des derzeitigen Bürgersteigs entlang der B 9 nur um etwa 60 cm übertreffen. Um die Mauer nicht zu mächtig werden zu lassen, könnte der maximale Hochwasserschutz bis beispielsweise zu einem Pegelstand von 8 m (im Bedarfsfall auch in einem zweiten Investitionsschritt) mit aufsetzbaren, mobilen Elementen erreicht werden, wenn die nötigen Grundlagen vorgesehen werden. Dazu würde die vor Hochwasser schützende Anlage in Kombination aus stationärer Grundlage und mobilen Erhöhungen entlang der B9, zum Hafen und wieder zur B 9 weiter geführt werden. Als zusätzlicher Nebeneffekt bliebe die B 9 bis auf Ausnahme echter Jahrhunderthochwässer passierbar - nicht zuletzt für die Feuerwehr!

Liebe Leser, bitte beteiligen Sie sich an der Diskussion dieses Themas, schreiben Sie uns Ihre Meinung in einem Leserbrief. Möge es unserer öffentlichen Sache/Angelegenheit nützen!

Seit Jahrhunderten lebt St. Goar mit Hochwässern. Die Sanierung der B 9 zusammen mit der Neugestaltung des Fahrrad- und des Fußweges am Rheinufer bieten eine ideale Ausgangslage für die Einbeziehung eines integrierten vorbeugenden Hochwasserschutzes für ganz St. Goar.

In der Einwohnerversammlung am 6. Dezember 2010 wurde erwähnt, daß planungsgemäß eine mobile Barriere Hochwässer bis zum Kauber-Pegelstand von etwa 6,40 m aus der Innenstadt fernhalten soll. Etwa so, wie dies in der Vergangenheit praktiziert wurde, nur mit neuem Material. Beim letzten Hochwasser im Januar wurde 'notgedrungen' erstmalig eine vernünftige Barriere errichtet und die Innenstadt selbst beim Pegelstand von nahezu 7 m 'trocken' gehalten. Die flußaufwärts an der Heerstraße liegenden Häuser erlebten wiedereinmal die Tradition der Kellertaufe. (Auch wurden Hauseigentümer dort nicht über die denkbaren Szenarien einer Gefährdung von Amts wegen informiert.) Es zeigte sich aber, wie heilsam es für die Verantwortlichen sein kann ein wenig von möglicherweise drohender Gefahr mobilisiert zu werden. Tradierte Denk- und Handlungsblockaden wurden durchbrochen.

Auf jeden Fall kann ganz St. Goar im Rahmen der anstehenden  Baumaßnahmen  technisch  und  kostenmäßig problemlos bis zu einem Pegelstand von über 7 m hochwasserfrei gehalten werden, wenn es gewollt wird. Auch in ökologischer und in sonstigen Hinsichten würde dies zum alten Stand des Wasserabflusses keine relevante Veränderung ergeben. Als Rückhaltereservoir war St. Goar schon immer untauglich. 


Offenlegung: Alle WIR DIE BÜRGER Autoren und Diskussionsteilnehmer sind verpflichtet ihre Interessenlage, parteipolitischen Mitgliedschaften/Bindungen/Ämter und denkbaren Interessenskonflikte mit den jeweils behandelten Themen offenzulegen. Der Autor dieses Artikels erklärt, daß er Unternehmens- und Bauberatung für das Hotel Rheinfels in St. Goar erbringt und direkt an der B 9 in St. Goar wohnt. Er ist kein Mitglied einer politischen Partei. 

© 2010-2011 Wolf D. Zinck

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